YALLA YALLA

Urbane Interventionen. Einfach machen!

Yalla Yalla! Studio for change ist ein Team junger und innovativer Planer mit Fokus auf Architektur, urbane Interventionen und Stadtentwicklung. Wir haben die Gründer Robin Lang und Wulf Kramer zum Interview getroffen.

Robin, warum Yalla Yalla? Kann’s Euch nicht schnell genug gehen?

So könnte man das natürlich auch sehen. Tatsächlich verstehen wir aber unter Yalla Yalla (übersetzt „los geht’s“) unsere Art an Projekte heranzugehen – Projekte selbst initiieren und einfach loslegen. So ist auch unser erstes Projekt „Buschbad 2014“ entstanden.

Wulf, Ihr definiert Euch als „Studio for change“. Warum ist Wandel wichtig?

Wandel findet statt und wir möchten ihn positiv mitgestalten und durch unsere Projekte Ideen und Ansätze dafür aufzeigen. Nicht nur, aber zum Beispiel auch für den öffentlichen Raum oder ungenutzte städtische Brachflächen.

 

Wulf und Robin lassen ihre Ideen auch gern mal auf dem Mannheimer Altrhein segeln. Ein wichtiges Ziel auf der Yalla Yalla-Agenda: die Potenziale einer Stadt an zwei Flüssen heben.

 


2016 seid Ihr ins Mannheimer Kreativwirtschaftszentrum C-HUB eingezogen. Wie sind die Aussichten?

Wir sind total glücklich. Nicht nur aus architektonischer Sicht ist das Gebäude gelungen, sondern auch organisationstechnisch sehr durchdacht. Wir haben hier ein ideales Umfeld für unsere Schwerpunkte. Das merken wir immer wieder.

Ihr bietet ein großes Spektrum: von klassischen architektonischen Leistungen wie Planungen und Modernisierungen über Messe- und Eventkonzeptionen bis hin zu „neuen Formen der Raumaneignung“. Was ist damit gemeint?

Damit meinen wir die Nutzung von Räumen wie Restflächen oder Leerständen im urbanen Kontext. Hier versuchen wir schwierigen oder unattraktiven Räumen durch Pop-Up Installationen oder Zwischennutzungsformate neues Leben einzuhauchen. Wichtig ist uns dabei, Potenziale aufzuzeigen, Wahrnehmungen von Orten positiv zu wandeln. Aber auch neue, gemeinwohlorientierte und sozialinnovative Modelle zu entwickeln.


Ihr gebt Workshops, haltet Vorträge und seid gern gesehene Gäste in Talkrunden. Wie wichtig ist es für ein Startup „draußen“ präsent zu sein – und wie kommt man dann noch zum Arbeiten?

Wir freuen uns tatsächlich über jede Einladung, weil das auch ein Zeichen dafür ist, dass unsere Projekte im fachlichen Diskurs eine Relevanz besitzen. Es ist eine gute Chance um Gleichgesinnte aus anderen Städten kennenzulernen und in einen Austausch mit ihnen zu treten. Ich glaube im Schnitt halten wir vielleicht einmal pro Monat einen Vortrag, da kommt man schon noch zum Arbeiten.

Wie innovativ muss man als Architekt heute sein, um einzigartig zu sein?

Vielleicht ist Interdisziplinarität die noch viel wichtigere Eigenschaft heutzutage. Bei vielen unserer Projekte geht es in der Regel nicht nur um einen guten Entwurf, der den funktionalen Erfordernissen gerecht wird. Wir setzen uns auch immer sehr stark mit der späteren Nutzung und deren sozialen Auswirkungen auseinander. Auch begleitende marketingstrategische Konzepte nehmen eine immer größere Rolle ein.


Ihr erfindet auch gern mal Produkte wie „eine mobile Küche“. Sind die Grenzen zwischen Architektur und Produktdesign heute zunehmend fließend?
  

Ja. Aber ich glaube das waren sie schon immer irgendwie. Das Handwerkszeug und Herangehensweise sind ja nahezu identisch. Nur der Maßstab ist eben etwas kleiner.

2014 habt Ihr mit Eurer Idee für ein schwimmendes Schwimmbad im Mannheimer Hafenviertel Jungbusch für viel Aufsehen gesorgt. Was ist aus der Vision „Buschbad“ geworden?

Wir müssen uns leider eingestehen, dass wir das Projekt in letzter Zeit ein wenig stiefmütterlich behandelt haben. Dennoch juckt es uns in den Fingern und wir sind auf der Suche nach Investoren, die einsteigen möchten. Sobald es unsere Zeit wieder zulässt möchten wir die Sache wieder angehen. Und wenn es mit dem Buschbad nicht klappen sollte dann wird es ein anderes Projekt an Mannheims Wasserlagen geben. So viel steht fest.

Warum ist Mannheim eine gute Stadt für Gründer?

Wenn wir einmal von unserer emotionalen Bindung zu Mannheim absehen, dann gibt es hier auch objektiv betrachtet jede Menge Vorteile für Gründer hier. Zum einen finden wir, dass die Verwaltung selbst viel für junge Unternehmen tut. Zum anderen ist die Region wirtschaftlich gut aufgestellt und es tut sich sehr viel. Nicht zuletzt sind auch die vielen Gründerzentren ein wichtiger Faktor.

Was nervt an Mannheim?

Dass es kein Buschbad gibt.

Was gefällt Euch an Mannheim?

Der Dialekt und die Ehrlichkeit.

Euer bester Rat für Gründer?

Machen!

Welchen Fehler beim Gründen hättet Ihr Euch rückblickend gern erspart?

Bisher lief tatsächlich alles relativ glatt, aber uns gibt’s ja auch noch nicht so lange. In 2-3 Jahren werden wir da mit Sicherheit mehr drüber sagen können.

Läuft bei Euch Musik bei der Arbeit? Und falls ja: welche?

Selten. Aber wenn, dann sind es meistens deutsche Rap Classics.

Wie groß soll Yalla Yalla werden?

Wir werden sehen. Aber ein bisschen größer darf es gerne werden. Ich glaube, da sind wir auch gerade auf einem ganz guten Weg.

Wo seid Ihr unterwegs, wenn Ihr mal nicht unterwegs seid? Habt ihr einen heimlichen Lieblingsort in Mannheim?  

Am liebsten auf’m oder am Wasser.

Wann ist das Lebensziel erreicht?

Wenn Mannheims Wasserlagen attraktiver als die von Kopenhagen sind.

 

Yalla Yalla

 

Robin Lang, Dipl-Ing.

hat sich neben seinem Architekturstudium mit einem Büro für Visualisierungen und 3D-Grafiken selbstständig gemacht. Entwurfsaufgaben im urbanen Raum zählen ebenfalls zu einem seiner Schwerpunkte.

 

Wulf Kramer, Dipl-Ing.

studierte Architektur an der Uni Stuttgart und der TU Delft. In seinen Projekten spiegelt sich seine Begeisterung für Zwischennutzungen, neue Produktionsmethoden und neue Formen der Stadtentwicklung wider. Seit 2014 arbeitet er als Assistent am Institut für Nachhaltigkeit, Baukonstruktion und Entwerfen der Universität Stuttgart.




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