M.I.S. Devices

Jorge Walter Patrone über ein neuartiges minimal-invasives OP-Besteck

Der argentinische Urologe Jorge Walter Petrone über seine Erfindung, die Operationen vereinfacht – und warum das Mannheimer Cubex41 der richtige Ort zur Gründung seiner Firma M.I.S. Devices war.

Wie gut muss ein Existenzgründungszentrum sein, um einen Wissenschaftler von Buenos Aires nach Mannheim zu locken?

Das Existenzgründungszentrum Cubex41 ist wirklich ein Paradies für mich! Hier gibt es mitten im Uni-Klinikum ein großartiges Netzwerk mit spannenden Startups für meine Arbeit, und einen experimentellen OP-Raum, der zu einem der besten vier in Europa gehört. Das sind schon unglaublich gute Arbeitsbedingungen.

Wie bist Du auf Mannheim aufmerksam geworden?

Begonnen hat alles 2014 mit der Messe Medica in Düsseldorf. Meine Firma WOM Surgical aus Buenos Aires präsentierte am argentinischen Stand den Prototyp eines minimal-invasiven OP-Besteckes. Dort wurde ich von einem Mitarbeiter der Mannheimer Fraunhofer Projektgruppe für Automatisierung in der Medizin und Biotechnologie angesprochen, ob wir dieses nicht auch in Deutschland produzieren wollten. Schnell kam der Kontakt zum Mannheimer Medizincluster zustande, und durch meinen Kopf schoss die Idee, als Existenzgründer in das nagelneue Existenzgründerzentrum Cubex41 zu gehen.“

_MG_7832 4

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Warum gerade Deutschland?

Deutschland ist weltweit führend in der Medizintechnologie. Wir suchten einen sehr guten Hersteller für unseren Prototypen und haben ihn in Tuttlingen gefunden. Jetzt suchen wir mit unserer Firma M.I.S. Devices Kunden, die unser minimal-invasives OP-Besteck in Serie nutzen wollen.

M.I.S. Devices bietet ein neuartiges System für minimal invasive Operationen. Was ist das Besondere daran?

Während bei herkömmlichen größeren Operationen etwa an der Milz oder Leber mehrere Instrumente durch Schnitte eingeführt werden müssen, setzt das von mir entwickelte fünfteilige Kit auf Nadeln, die zum Teil biegsam sind. Außerdem nutzen wir ein so genanntes „Single-Port-System“, bei dem durch den Nabel mehrere OP-Instrumente eingeführt werden können.

 

 

_MG_7977

 

 

Welche Vorteile bietet diese Technik?

Damit müssen weniger Schnitte gesetzt werden, der Patient hat weniger Schmerzen und am Ende auch weniger Narben. Auch die Kosten für die Behandlung werden gesenkt, da der Patient schon nach kurzer Zeit das Krankenhaus verlassen kann.

 

Im Cubex 41 sind noch weitere Medizintechnik-Startups aktiv. Hat das Netzwerk mit den anderen Firmen schon konkrete Ergebnisse geliefert?

Durch die Arbeit im cubex41 haben sich schon drei weitere Projekte ergeben, die jetzt umgesetzt werden können. Die Zusammenarbeit mit der Fraunhofer-Projektgruppe zahlt sich für meine Produkte aus – hier öffnen sich Türen, die sonst verschlossen bleiben würden.

Wie fühlt sich das Leben in Mannheim an, wenn man aus der Millionen-Metropole Buenos Aires kommt?

Mannheim ist im Vergleich zu Buenos Aires klein, aber Mannheim ist dennoch eine Großstadt mit allem, was eine Metropole zu bieten hat. Die Wege sind kurz, alles ist schnell erreichbar. Mir gefällt auch die Natur hier und ich mag es, dass mit Rhein und Neckar zwei große Flüsse mitten durch die Stadt ziehen. Ich liebe es, hier am Wasser mit dem Fahrrad unterwegs zu sein. Mannheim ist jung, kosmopolitisch und urban, aber kein Moloch. Und das Beste ist: Die Menschen gehen hier auf einen zu, sind offen, freundlich, aufgeschlossen – und international. Seit ich die M.I.S. Devices GmbH im Mai 2015 hier gegründet habe, war ich vier mal für jeweils drei Monate da und jetzt möchte ich auch meine Frau nach Mannheim holen. Denn ich bin in dieser Stadt wirklich angekommen!

M.I.S. Devices

 




Neueste Beiträge