„ALLEZ HOP!“

Das erste Deutsch-Französische Entrepreneurship Summit der Kultur- und Kreativwirtschaft

 

www.allezhop.eu

Vom 3. bis 5. April werden in den Mannheimer Gründungszentren mehr als 300 Akteure der Kultur- und Kreativwirtschaft zum Thema „Digital Cultures in Future“ erwartet. Das französische Kultusministerium in Paris, die französische Botschaft in Berlin, das Institut Français Mannheim und Startup Mannheim wollen als Initiatoren von „Allez Hop!“ einen wichtigen und praktischen Beitrag zum Aachener Vertrag leisten und interdisziplinäres Arbeiten fördern. Der Bundesminister für Wirtschaft und Energie, Peter Altmeier, ist Schirmherr des Summit. Unsere Kollegen Matthias Rauch und Anna Blaich erklären, wie die Idee dazu entstand und was die Teilnehmer erwarten wird:

 

Anna und Matthias, stellt euch bitte kurz vor.

Matthias: Ich leite den Bereich Kulturelle Stadtentwicklung. Dort machen wir es uns zur Aufgabe, interdisziplinäre Projekte an der Schnittstelle von Kunst, Kultur, Wirtschaft, Technologie und Wissenschaft zu initiieren und zu fördern sowie sogenannte Placemaking-Projekte, also temporäre künstlerische Interventionen im öffentlichen Raum, voranzutreiben.

Anna: Ich arbeite als Projektmanagerin in der Kulturellen Stadtentwicklung, mit Schwerpunkt auf Innovationsthemen – so wie unser deutsch-französischer Cultural Entrepreneurship Summit „Allez Hop!“.

 

Warum ist „Allez Hop!“ so besonders?

Matthias: Das Besondere an „Allez Hop!“ ist, dass es tatsächlich der erste Summit ist, der sich im bilateralen Kontext mit den Themen Kultur, Kultur- und Kreativwirtschaft, Startups und Innovation auseinandersetzt. Damit ist „Allez Hop!“ nicht nur die erste Konferenz ihrer Art, sondern füllt die gerade im Aachener Vertrag erneuerte deutsch-französische Freundschaft durch eine konkrete Maßnahme mit Leben. Wir haben festgestellt, dass es vergleichsweise wenig strukturelle Kooperationen auf der Ebene der Kultur bzw. der Kulturwirtschaft gibt und diese Lücke wollen wir gemeinsam mit unseren französischen Partnern schließen.

 

Kultur- und Kreativwirtschaft in Zeiten der Digitalisierung: was gibt es für Schnittstellen und Auswirkungen und wie muss sich die Kultur- und Kreativwirtschaft aufstellen, um für die Zukunft gewappnet zu sein?

Matthias: Die Schnittstellen zwischen Kultur bzw. Kultur- und Kreativwirtschaft und Digitalisierung sind vielfältig. Die Kultur als auch die Kulturwirtschaft sind hierbei Bereiche, die vergleichsweise früh mit digitalen Transformationen in Berührung gekommen sind. Daher lässt sich von der Kultur- und Kreativwirtschaft viel für andere Sektoren und Gesellschaftsbereiche lernen. Die Vielfalt der unterschiedlichen Schnittstellen mit dem Thema Digitalisierung wollen wir in unserem Programm abbilden.

Anna: Zum Beispiel setzen wir uns im Panel „Music & Technology“ mit einem Bereich der Kreativwirtschaft – der Musikwirtschaft – auseinander, der im Vergleich zu anderen Teilsegmenten schon relativ weit ist. Die Produktion, der Vertrieb, das Produkt selbst und auch das Business Model ist in der Musikwirtschaft mittlerweile komplett digital. Darüber hinaus bieten Technologien wie Blockchain Urhebern die Möglichkeit, ihre Rechte genauer auszuwerten und zu monetarisieren.

Matthias: Im Bereich der Museen wirkt sich die Digitalisierung gleich mehrfach aus: Zum einen verändert sich der Ort „Museum“, da durch die Digitalisierung der Exponate die Rezeption nicht mehr notwendigerweise an den physischen Ort gebunden ist, sondern Kunst über das Internet rezipiert werden kann. Zum anderen bieten Technologien wie Virtual und Augmented Reality die Möglichkeit, Kunst anders zu gestalten und anders erfahrbar zu machen, was die Kuratierung von Ausstellungen stark beeinflusst. Auch im Bereich Audience Development gibt es enorme Potentiale, die durch die Digitalisierung freigesetzt werden können. Storytelling und Narrative beginnen und enden nicht mehr vor Ort, sondern werden von Usern weiterentwickelt, verändert und gewinnen so eine ganz eigene Dynamik. Wir sind auch davon überzeugt, dass künstlerisches Denken in unterschiedlichen Bereichen einen enormen Mehrwert generieren kann, insbesondere in Innovations- und Change-Prozessen, die ja per se immer offen sind und deren Ergebnis nicht feststeht. Künstler und Kreative bewegen sich fast permanent in solchen offenen Prozessen und können daher mit diesen meist besser umgehen und neue Perspektiven eröffnen. Auch das werden wir im Rahmen von „Allez Hop!“ intensiv erörtern.

 

Wieso ist Mannheim der ideale Ort dafür?

Matthias: Mit STARTUP Mannheim fördern und unterstützen wir ein Ökosystem, das nicht nur für Startups aus der Kultur- und Kreativwirtschaft eine ideale Ausgangsbasis darstellt. Wichtig in unserer Arbeit ist es, dass unsere Startups auch über den Tellerrand und über die Branchen-, Länder- und Kulturgrenzen hinwegschauen und sich internationale Marktzugänge verschaffen. Eine Erleichterung des Marktzugangs nach und des Austauschs mit Frankreich ist hier schon aufgrund der geographischen Verortung naheliegend.

 

Warum überhaupt ein Deutsch-Französisches Summit? Weshalb ist das wichtig?

Matthias: In Mannheim sind wir gerade mal 30 Minuten von der französischen Grenze entfernt. Trotzdem gibt es bislang kaum Kooperationen auf der Startup- oder Kulturwirtschaftsebene. Das gleiche gilt, wenn man über die Stadtgrenzen Mannheims hinausschaut. Verwunderlich, wenn man bedenkt, dass Deutschland und Frankreich sowohl politisch und gesellschaftlich als auch wirtschaftlich wichtige Partner in Europa sind. Zu ergründen, wie der Austausch und die Kooperation zwischen beiden Ländern auf dieser Ebene nachhaltig verbessert und strukturell gefördert werden kann, ist ein zentrales Anliegen von Allez Hop!

Anna: Außerdem können wir jetzt schon sagen, dass wir in der Vorbereitung des Summits viel über das Thema interkulturelle Kommunikation und Kompetenz gelernt haben. Es geht darum, voneinander zu lernen und gemeinsame Ideen und Projekte umzusetzen. Hierfür scheint es mir, auch aus europapolitischer Sicht, keinen günstigeren Zeitpunkt zu geben als jetzt. Was wir definitiv nicht mehr voneinander lernen müssen, sondern bereits zusammen realisieren, ist das Thema Gender Equality. Von Anfang an waren wir uns einig, dass wir das gemeinsame Ziel verfolgen, die Konferenz paritätisch zu besetzen – was uns auch sehr gut gelungen ist.

 

Was wären Wunschergebnisse der drei Tage? Was sollen die Teilnehmer mit nach Hause nehmen?

Matthias: Zum einen wünschen wir uns, dass unsere Teilnehmer mit neuer Inspiration und spannenden Erkenntnissen am Freitag ihren Heimweg antreten können. Mit dem Schwerpunkt „Digital Futures in Culture“ wollen wir den Besuchern den Transformationsprozess aufzeigen, indem sich die Kultur und die Kultur- und Kreativwirtschaft befindet. Dieser Prozess birgt viele Potentiale, die wir durch unsere hochkarätig besetzen Panels herausarbeiten möchten. Aber natürlich entstehen auch Herausforderungen, mit denen sich die Kulturschaffenden genauso auseinandersetzen müssen. Wenn die Teilnehmer am Ende der Veranstaltung einen noch schärferen Blick für die aktiv zu gestaltende digitale Transformation haben, wäre ich sehr zufrieden.

Zum anderen wünschen wir uns, dass wir einen Teil zur deutsch-französischen Freundschaft und zum Austausch auf Ebene der Kultur, der Kulturwirtschaft als auch der Startups beitragen konnten und damit den Aachener Vertrag mit einem konkreten und langfristig angelegten Projekt mit Leben füllen konnten.

Anna: Neben dem inhaltlichen Aspekt wollen wir auch den Austausch zwischen deutschen und französischen Kulturschaffenden und Kreativen fördern. Ein Wunsch wäre es definitiv, dass durch „Allez Hop!“  deutsche und französische Startups gemeinsame Projekte realisieren oder sogar, dass sich ein neues Startup mit deutscher und französischer Beteiligung gründet.

 

Nach dem Summit ist vor dem Summit? Was könnte das nächste Thema sein?

Matthias: „Allez Hop!“ soll keine einmalige Veranstaltung bleiben, sondern im jährlichen Wechsel in Mannheim und der Region Grand Est stattfinden.  Zu einem konkreten Thema für die nächste Ausgabe konnten wir uns noch keine Gedanken machen. Dafür stecken wir noch viel zu sehr in der Vorbereitung der Premiere. Und wir sind sicher: die wird gut! Come join us!

 

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