Generation S in Mannheim

Russische Startups mit STARTUP MANNHEIM vernetzt

Netzwerke knüpfen und sehen, wie es woanders funktioniert – fünf russische Startups haben Mannheim besucht, um STARTUP MANNHEIM kennenzulernen und Kooperationen zu starten.

 

Acht Gründungszentren, erfolgreiche Startups, urbane Kultur und Global Player wie Roche, John Deere, ABB, SAP in nächster Nähe: Das Startup-Ökosystem Mannheims wird international immer bekannter – auch in der aufblühenden russischen Startup-Szene, die sich verstärkt vernetzt und dabei von staatlicher Seite gepusht wird. Inzwischen gilt Russland als einer der „Hidden Champions“ der globalen Startup-Szene.

 

 

„Wer das gigantische staatliche Innovationszentrum Skolkovo vor den Toren Moskaus gesehen hat, weiß, dass in Russland sehr stark investiert wird. Junge, russische IT-Unternehmen zählen zu den innovationsfreudigsten weltweit“, sagt Dr. Claudia Rabe, Leiterin des Bereichs Startup-Förderung bei STARTUP MANNHEIM. 2017 konnte sie sich vor Ort einen Überblick über die russische Startup-Szene verschaffen und lernte Maria Pelipas von der Russian Venture Company (RVC) kennen, einer Art staatlichem „Dach-Fond“, der Mittel an VC-Fonds verteilt.

Schnell wurde klar, dass eine Vernetzung mit Mannheim für beide Seiten ein Gewinn wäre. Claudia Rabe: „Die Startbedingungen in Mannheim sind optimal, um als Modell für andere Städte zu gelten. Unsere Stadt ist groß genug, um einen Pool vielfältigster Gründungen zu generieren, gleichzeitig sind die Wege kurz und die Infrastruktur optimal“.

In Begleitung von Maria Pelipas und Pavel Tebenkov von der Moscow Innovation Agency kamen im Juli fünf russische Startups nach Mannheim, um STARTUP MANNHEIM persönlich zu erleben – die Finalisten aus dem Bereich Kreativwirtschaft des Programms „GenerationS“, des russlandweit beworbenen Accelarator-Programms der RVC.

In Mannheim trafen die Gründerinnen und Gründer aus den Bereichen Film, Textilindustrie und Tech Mannheimer Startups, um mehr über die Organisationsweise und Förderung der lokalen Gründerszene zu erfahren und hinter die Kulissen der großen, international tätigen Unternehmen zu blicken.

 

 

„Wir haben uns bewusst dazu entschieden, die Finalisten unserer Kreativförderung nach Mannheim zu bringen, weil sich hier viel im Bereich der Kreativindustrie tut“, erklärt Maria Pelipas. „Wir sehen das am Erfolg der Startup Zentren MAFINEX, Musikpark und C-HUB. Unsere Startups möchten aber auch auf internationalen Märkten agieren und mit neuen Technologien arbeiten. Deshalb war es für uns eine großartige Möglichkeit, bei Unternehmen wie SAP oder John Deere Geschäftsmodelle zu präsentieren und sich auszutauschen.“

 

Beeindruckt von Mannheims Nähe zur Natur: Maria Pelipas, Anna Zaychenko, Pavel Tebenkov, Alina Grinblat, Dr. Claudia Rabe, Dmitrii Vasilev, Nikolay Drobchenko, Ruslan Romanovskii (von links nach rechts)

 

Natürlich lernten die russischen Gründerinnen und Gründer Mannheim auch als eine angesagte, weil lebendige, kulturell und gastronomisch vielfältige Stadt kennen. Auf dem 5-Tages-Programm standen unter anderem der Besuch der neuen Kunsthalle, eine Stadtführung mit dem Schwerpunkt „Innovationsstadt“ sowie ein Trip durch das Kreativ- und Szeneviertel Jungbusch. „Das waren sehr intensive Tage und ein wichtiger Türöffner in einen globalen Markt, bevor unsere Startups nun ihr Business in Eigenregie vorantreiben“, sagt Maria Pelipas. Und auch Dr. Claudia Rabe wertet den Austausch als Erfolg: „Unser Ziel ist es, STARTUP MANNHEIM auf der internationalen Landkarte als dynamisches, professionelles Startup-Ökosystem zu platzieren, das neben einer lebhaften, bunten Stadtatmosphäre sehr viele Unterstützungsangebote und Förderprogramme bietet. Und sicher war dies erst der Auftakt für eine strategische Zusammenarbeit mit der Russian Venture Company.“

 

Anna Gorelova und Dmitrii Vasilev

Gründer von BustCAD, digitale 3D-Lösungen für die Produktion und den Verkauf von Mode

 

 

Was hat Dich besonders an Mannheim beeindruckt?

Dimitri: Ich fand es besonders interessant, welche Wandlung Mannheim erlebt hat. Dass sich die Stadt zunehmend von der Industriestadt in eine Startup-Metropole verwandelt. Wobei der Innovationsgeist hier schon eine lange Geschichte hat, wenn man an Erfinder wie Carl Benz denkt.

Was ist Dein Eindruck von Mannheimer Startup-Szene?

Dimitri: Ich fand es interessant zu erfahren, dass es hier auch vielfältige Accelerator-Programme für Startups gibt, Einblicke haben wir vor allem in das UP2B-Programm bekommen. Für mich persönlich war es überraschend, dass in den Startup-Zentren auch internationale Startups arbeiten und gefördert werden.

 

Nikolay Drobchenko

Gründer von LAR-x, Strickmode aus dem 3D-Drucker

 

 

Was hat Dich in Mannheim beeindruckt?

Die vielen Coworking Spaces hier haben mich besonders fasziniert. Ich finde es schön, wie man sich dort so ganz zwanglos bei einem guten Kaffee mit interessanten Leuten austauschen kann. Ich denke, genau das ist entscheidend: Wir sind ja Anfänger, möchten aber global mitspielen. Da ist Vernetzung alles.

Was war die interessanteste Station für Dich?

Ich komme aus dem Bereich Software und habe in diesem Bereich schon einige Gründungen  realisiert  Besonders beeindruckt bin ich vom Unternehmen John Deere und ich finde es toll, dass die Marke in direkter Nachbarschaft zum MAFINEX-Technologiezentrum zu Hause ist – dadurch sind tolle Synergien möglich.

 

Alina Grinblat

Gründerin von 3D FSM, Modedesign mit Hilfe eines 3D-Druckverfahrens

 

 

Wie hast Du die fünf Tage in Mannheim erlebt?

Für mich war es inspirierend, mich mit so vielen Gründern auszutauschen und zu sehen, wie man ein Business starten und Probleme auf dem Weg dahin lösen kann. Dafür war es gar nicht so wichtig, dass die Startups aus dem gleichen Bereich wie ich kommen. Wir haben alle mit ähnlichen Herausforderungen zu tun.

Was war Dein Eindruck von Mannheim?

Ich hatte zuvor keine konkreten Erwartungen. Die Stadt ist zwar klein, aber es ist trotzdem eine Menge los. Ich war begeistert davon, wie lebhaft die Startup-Szene hier ist. Am Schönsten war es für mich zu erleben, wie offen die Leute uns begegnet sind und wie sehr sie sich für unsere Projekte interessiert haben.

 

Ruslan Romanovskii

Gründer von Aperso, künstliche Intelligenz und Bildverarbeitungstechnologien.

 

 

Das war Dein erster Besuch in Deutschland?

Ja genau, und ich finde, dass Mannheim eine interessante und kreative Stadt ist. Es war für mich sehr spannend, Leute kennenzulernen, die hier ihr Business auf die Beine gestellt haben, mich direkt mit ihnen auszutauschen und zu hören, wie so etwas in Deutschland funktioniert.

Was hat Dich am meisten beeindruckt?

Mir persönlich hat besonders der Blick hinter die Kulissen bei Engelhorn gefallen. In Deutschland wird gezielt in neue Technologien investiert, das konnte ich immer wieder heraushören. Das finde ich interessant, weil meine eigene Arbeit ja genau dort ansetzt.

 

Anna Zaychenko

Gründerin von ViewGa, System für Virtual und Augmented Reality im Filmbereich

 

 

Wie haben Dir die fünf Tage in Mannheim gefallen?

Mir gefiel es, dass unser Programm sehr intensiv und gleichzeitig entspannt war und wir Zeit hatten, uns auszutauschen und auch ein wenig treiben zu lassen. Die Atmosphäre in den Startup-Zentren fand ich sehr inspirierend, es ist nicht zu hektisch und trotzdem wird dort konzentriert gearbeitet. Außerdem hat mir an Mannheim die Nähe zur Natur gefallen.

Gab es ein Treffen, das für Dich besonders interessant war?

Für mich waren vor allem die Treffen mit anderen Filmleuten wie Brosiuskrusche oder Gallion Filmproduktion interessant. Den Musikpark mit all den kreativen Köpfen fand ich außerdem sehr beeindruckend und das Mannheimer Mode-Startup-Zentrum Textilerei.


Interview: Cathrin Siegler

Fotos: © Sebastian Weindel




Neueste Beiträge