CODE_n

Die DNA der digitalen Innovation – Kooperation mit Startup Mannheim

Als Geschäftsführer des Innovation Hubs CODE_n in Stuttgart, ist Moritz Gräter ein Pionier der Digitalen Transformation in Deutschland. CODE_n beschleunigt die Entstehung und Entwicklung digitaler Innovationen und Geschäftsmodelle und steht für einen Dreiklang aus Innovation Spaces, Innovations-Dienstleistungen und Events. Beim new.New Festival, das vom 8. bis 10. Oktober in der Stuttgarter Schleyerhalle stattfindet, treffen sich Gründer, digitale Pioniere und Macher aus aller Welt – und das Festival ist Auftakt für eine wegweisende Kooperation mit Startup Mannheim.  

 

Moritz, kürzlich hast Du Mannheim besucht, um Dich über die Möglichkeiten des Gründungs-Ökosystems Startup Mannheim zu informieren. Siehst Du Parallelen zu Euren CODE_n- SPACES in Stuttgart?

Unsere CODE_n SPACESs in Stuttgart sind keine reinen Coworking Spaces wie zum Beispiel bauteil.b in Mannheim, sondern wir nutzen lediglich Coworking-Elemente. Wir bringen aussichtsreiche Startups mit Innovationsabteilungen von großen Firmen und erfahrenen Top-Managern in einer Umgebung zusammen. So gestalten wir eine Art „Innovations-WG“. Da kommen dann Aufsichtsratsmitglieder von Global Playern mit Unternehmensinkubatoren und jungen Startups zusammen. Alle haben eines gemeinsam: Die Lust auf Neues und einen hohen unternehmerischen Anspruch.

Moritz Gräter – Vordenker und Macher von CODE_n

 

Welche Vorteile bietet dieses Modell?

Den sehr direkten Zugang zu Menschen in Innovationsökosystemen und damit das Etablieren belastbarer Netzwerke! Wir glauben, dass die Erfahrungen, die etablierte Unternehmen und Startups bei uns machen, sehr wertvoll sind. Wir sensibilisieren zum Beispiel Konzerne dafür, dass man mit Startups als Partner auf Augenhöhe kooperieren sollte. Etablierte Unternehmen – gerade auch aus dem Mittelstand – sind tolle Partner für innovative Startups. Sie haben den Markt- und Kundenzugang sowie großes Knowhow, wenn es um Patente geht zum Beispiel.

Die beiden anderen Formate von CODE_n sind also genau diese Innovation Services – und das Innovationsformat new.New Festival?

Genau. Wir sind hier mittlerweile ein Team von 15 Leuten und betreiben drei Geschäftsbereiche: die SPACES, die Innovation Services und das new.New Festival, zu dem wir im Oktober in der Schleyerhalle rund 10.000 Besucher erwarten.

 

 

Welche Idee und welches Konzept steckt hinter dem Festivalnamen „new.New“?

Der gedankliche Ursprung des Namens ist ein Buch von Ulrich Dietz mit dem Titel „The new.New“. Er ist Gründer des Tech-Dax-Unternehmens GFT Technologies, unter dessen Dach wir 2011 von ihm gegründet worden sind. Weiterentwicklung ist ein Teil der DNA von Ulrich Dietz, der unheimlich neugierig ist. Es gibt einen Vortrag von ihm, „Die Nützlichkeit des Unnützen“ – darin sagt er, dass man manchmal einfach neue Dinge tun muss, die ein offenes Ergebnis haben, die riskant sind, die Mut erfordern, bei denen der Weg das Ziel ist um etwas zu verändern. Er hat damals in seinem Buch erörtert, wie Neues in die Welt kommt und Menschen aus unterschiedlichsten Bereichen dazu interviewt. Er hat danach gefragt, wie sie auf neue Ideen kommen, vom Koch bis zum Ingenieur. Dabei hat er gemerkt, dass man Innovation sehr viel breiter betrachten muss, als das bisher der Fall war. Als wir mit CODE_n dann 2015 überlegt haben, wie wir unser Festival nennen, haben wir uns daran zurückerinnert.

 

 

Welchen Themenfokus hat Euer erfolgreiches Festivalformat in diesem Jahr?

Ist diesem Jahr ist es künstliche Intelligenz. Für unseren Wettbewerb haben wir Startups aufgefordert, sich mit konkreten Anwendungen rund um das Thema zu bewerben. Wo die Idee entsteht, ist egal. Ob im Schwarzwald oder Südamerika – wir wollen gute Leute finden und auf dem Festival zusammenbringen.

Was motiviert die Startups, bei „new.New“ neue Geschäftsmodelle vorzustellen?

Ruhm und Ehre… Nein, im Ernst – es gibt ein Preisgeld, aber vor allem auch Visibilität. Der Preisträger 2015, das Startup relayr, ist gerade erst für 300 Millionen US-Dollar von der Munich Re übernommen worden. Wir versuchen also herausragende Geschäftsmodelle zu finden, aus denen große Geschichten entstehen können.

 

 

Eine ganz neue Geschichte ist nun die Kooperation mit Startup Mannheim beim „new.New Festival 2018. Was genau ist geplant?

Startup Mannheim wird in vielfältiger Weise bei uns präsent sein: inhaltlich wie physisch. Das Hauptthema ist „Musik, Design und Digitalität“, denn da ist Mannheim ja weit vorne. Mannheim ist mit seiner Startup-Szene ein echter Leuchtturm und hat mit der Dachmarke Startup Mannheim ein herausragend agierendes Startup-Ökosystem.

Deshalb also die langfristige Kooperation mit Startup Mannheim?

Ja, denn wir haben festgestellt, dass wir sehr ähnlich ticken! Es wird ja viel über Startup-Ökosysteme gesprochen, aber wir glauben, dass sie nur gut funktionieren, wenn sie in ein größeres Innovations-Ökosystem eingebunden sind. Da gehören dann Startups in ihren verschiedenen Phasen dazu: die Beginner, die Wachsenden – aber auch die etablierten, große Firmen, Förderungsangebote, die Infrastruktur, Forschung, die Verwaltung, die Medien und ein inspirierendes urbanes Umfeld. Nur wenn all diese Faktoren alle gut ineinandergreifen und belastbare Netzwerke und Kooperationen entstehen, entwickeln sich auch auch erfolgreiche Startups. Da sind wir mit Startup Mannheim auf einer Wellenlänge, wir haben die gleiche DNA. Und da beide Partner nicht nur im eigenen Postleitzahlenbereich denken, haben wir uns überlegt, eine Kooperation zu starten, um gemeinsam deutlich schneller voranzukommen.

Was ist für die Zukunft geplant?

Wir planen eine ganzjährige Zusammenarbeit. Nicht nur auf dem Festival, sondern auch mit verschiedensten kleineren Formaten.

Du liebst es, Konzepte für die digitale Zukunft zu entwickeln, aber lass uns kurz in die Vergangenheit zurückschauen. Was ist Deine eigene Story als digitaler Pionier? 

Am Ende meines BWL-Masterstudiums in München und Stuttgart habe ich Ulrich Dietz kennengelernt, der zu diesem Zeitpunkt als CEO der GFT war und gerade die ersten Ideen zu CODE_n entwickelt hatte. CODE_n wurde schnell größer und ich durfte in den ersten Jahren das Business Development aufbauen. Wir haben dann zahlreiche etablierte Unternehmen eingebunden und Partnerschaften geschlossen. Mitte 2015 wurde ich Geschäftsführer und wir haben die Cebit verlassen, um ein eigenes Innovations-Event zu starten: das new.New Festival, das 2016 erstmals in Karlsruhe stattfand.

 

 

Was hat Du in all den Jahren über Startup-Kultur gelernt?

Es sind die erfolgreich, die die richtigen Menschen im Team haben. Und das gilt für die verschiedenen Phasen. Irgendwann brauchen Gründer Leute, die etwas besser können, als sie selbst. Gleichzeitig sind unternehmerischer Mut, Neugier und der Mut zur Selbstreflexion wichtig. Man lernt auch viel dazu, wenn eine Idee mal an die Wand fährt, um mit dieser Erfahrung ein anderes Startupmodell umso erfolgreicher neu aufzubauen – auch das ist Teil von Innovation. Sehr wichtig ist auch ein inspirierendes Umfeld und der Zugang zu belastbaren Netzwerken. In den CODE_n SPACES sind die Küchen sehr kommunikative Orte, wo man sich bei einem Kaffee über Erfahrungen und Fehler austauscht und Kontakte teilt. Wir nutzen Telefonboxen, kreative Räume und eine Etage, die komplett variabel gestaltbar ist, mit Pappwänden, mit denen man Räume je nach Bedarf schaffen kann. Jedes Unternehmen muss dabei immer in einer eigenen Umgebung professionell agieren können. Wir nutzen aber auch Kunst und Design als Werkzeuge für Inspiration.

 

Wie wichtig sind Kunst und Design für den Erfolg eines Startups?

Wir kuratieren sehr stark und schauen, wenn wir reinlassen und wen nicht. Startups müssen sich für ein Büro bei uns bewerben. Und wenn wir denken, diesen Menschen trauen wir zu, ein erfolgreiches Startup zu entwickeln, dann sind sie im Boot. Design im Sinne von Kunst und Optik ist für uns ein wichtiges Werkzeug, ein Teil des Puzzles, durch das die Menschen anders werden, ihr Verhalten ändern. Wir sehen das an Top-Managern, die reinkommen und sich anders verhalten – und offener sind.

Das Raumambiente und die Qualität der Arbeitsplätze sind also auch ein wichtiger Faktor?

Ja, das macht dein Produkt vielleicht nicht besser, aber vielleicht kommen deine Mitarbeiter lieber zur Arbeit, sind kreativer und damit unterstützt du den Erfolg deines Unternehmens.

Was sind Eure langfristigen Ziele mit CODE_n?

Letztlich wollen wir mit CODE_n die Chancen der digitalen Transformation aufzeigen, die ja beispielsweise im Mittelstand noch oft als Gefahr gesehen wird. Doch in Wahrheit ist eine Chance, die in eine erfolgreiche Zukunft führt. Eine weitere gemeinsame Sichtweise, die wir mit Startup Mannheim teilen.

Mehr Infos: code-n.org

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Interview: Paul Heesch / LA.MAG

Fotos: Sebastian Weindel




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